
Am Montagmorgen Anfang Dezember um 8:35 Uhr blickten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Leopoldinum im Rahmen des Geographieunterrichts bereits weit über den Horizont hinaus. Per Videocall schalteten wir direkt nach Shanghai zum Managing Director Asia-Pacific der ICUnet-Group Dr. Andreas Bastian, der uns in einem faszinierenden 30-minütigen Vortrag die Vielfalt und die Geschichte Chinas näherbrachte.
Von Megacitys und Lebensadern
Dr. Bastian startete seine Präsentation mit einer topographischen Einordnung und verdeutlichte sofort: Chinas Schicksal ist untrennbar mit seinen Flüssen verbunden. Besonders der Yangtse-River, der längste Fluss Asiens, beeindruckte die Zuhörer durch seine enorme Tiefe und die gezeigten Fotos gewaltiger Infrastrukturprojekte, wie einer modernen Doppeldeckerbrücke.
Doch China ist mehr als nur Moderne. Der Bogen spannte sich von der Geschichte Shanghais bis hin zu historischen Vergleichen, die uns Europäern die Dimensionen des Landes verdeutlichten: So wurde die Ausdehnung der Han-Dynastie der des Heiligen Römischen Reiches gegenübergestellt. Auch überraschende kulturelle Brücken wurden geschlagen, etwa zu den Einflüssen Alexander des Großen. Von der Terracotta-Armee über das Tarim-Becken und die Wüste Gobi bis hin zur Großen Mauer erlebten wir eine Zeitreise durch die chinesische Historie.
Kulinarik und Kultur
Ein Highlight war die Vorstellung der regionalen Kulinarik. Anhand thematischer Karten zeigte Dr. Bastian auf, dass „das chinesische Essen“ eine enorme Vielfalt bietet, die weit über das hinausgeht, was man hierzulande kennt. Auch die Bedeutung des Großen Kanals als logistische Meisterleistung für den Transport zwischen Nord und Süd wurde eindrucksvoll untermauert.
Blick hinter die Kulissen: Fragen der Schüler
Nach dem Vortrag blieben 15 Minuten Zeit für einen regen Austausch. Die Schülerinnen und Schüler stellten Dr. Bastian Fragen zu Themen, die man in keinem Reiseführer findet:
- Wie sieht der Alltag aus? Wir lernten, dass der Arbeitstag in China oft erst gegen 19:00 Uhr endet. Besonders spannend: Sport spielt eine große Rolle im öffentlichen Raum. Vor allem die ältere Bevölkerung trifft sich abends auf öffentlichen Plätzen zur gemeinsamen Gymnastik. Dies zeigt, dass Gesundheit in China einen sehr hohen Stellenwert hat.
- Welche Feste werden gefeiert? Neben dem alles überragenden Neujahrsfest erfuhren wir mehr über das Mondkuchenfest und den Tag der Grabpflege. So erhielten wir tiefe Einblicke in die chinesischen Traditionen.
- Gesellschaftliche Aspekte: Überrascht zeigten sich viele von der Information, dass Frauenrechte in China teils früher und konsequenter verankert wurden als in Deutschland.
Wir danken Dr. Andreas Bastian als Vertreter der ICUnet-Group herzlich für diesen exklusiven „Live-Bericht“ aus Shanghai, der uns das facettenreiche Land China ein großes Stück nähergebracht hat und so unser globales Denken gefördert hat.
Dieses Gespräch mit Shanghai war nach Videocalls mit Atlanta / Georgia das zweite Meeting im Rahmen des Projekts „Die Welt im Klassenzimmer“.
Mit Dr. Fritz Audebert, dem Gründer und Vorstand der ICUnet.Group wurden weitere Videocalls mit leitenden Mitarbeitern der ICUnet.Group aus Mexiko und Indien vereinbart. Ziel ist es, mit diesen spannenden Schaltungen live nach Mexiko-City und in die indische Millionen-Metropole Pune, das interkulturelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler weiter zu vertiefen.
Die ICUnet.Group, spezialisiert auf die Beratung und Begleitung von Unternehmen und deren Mitarbeitenden im Kontext internationaler Einsätze und der Herausforderungen der neuen Arbeitswelt, bot durch die Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Bastian den Schülerinnen und Schülern eine einzigartige Möglichkeit, die Theorie der interkulturellen Kompetenz in die Praxis umzusetzen. Hierfür möchten wir uns herzlich bedanken!
Annelie Schmid


