„Νενικήκαμεν“ – „wir haben das Graecum“!

Das Graecum ist ein anerkanntes Sprachzertifikat, das die Fähigkeit bestätigt, griechische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Platon-Stellen in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Zudem steht das Zertifikat – wie auch das Fach Griechisch – für eine vertiefte Auseinandersetzung mit bedeutenden Texten antiker Denker, die die europäische Kultur bis in die Gegenwart hinein prägen und somit in besonderem Maße eine humanistische Bildung und Haltung vermitteln. Wer wird den ethischen Wert der von Platon verfassten sokratischen Dialoge für die europäische Geistesgeschichte leugnen wollen? Wer will nicht im neuesten Hollywood-Blockbuster in die Welt der homerischen Odyssee eintauchen und die faszinierende Anziehungskraft dieses zeitlosen antiken Stoffes genießen?

Darüber hinaus ermöglicht die Kenntnis des Griechischen eine tiefere Erkenntnis der Gegenwart und bietet somit auch eine gute Orientierung in der Welt von heute. Denn Griechisch ist noch immer die „heimliche“ Weltsprache. Medizin, Psychologie, Biologie, Physik – keine Fachsprache kommt ohne die europäische Basissprache aus! Nicht zuletzt ist unser Alltag von griechischen Vokabeln geprägt: Egal ob wir ans Telefon, ins Theater oder ins Kino gehen, mit dem Auto oder der Metro fahren, ob wir einen Techniker oder die Polizei rufen – die Wurzeln dieser Wörter sind griechisch.

In diesem Jahr erhalten sieben Schülerinnen und Schüler am Leopoldinum Gymnasium Passau das Graecum verliehen:

Jonas Brunner verbrachte während der 11. Klasse das Schuljahr in den Vereinigten Staaten und hat sich daher bereits am Ende der 10. Klasse einer Feststellungsprüfung unterzogen. Nachdem der Lehrplan der 10. Klasse bereits eine intensive Platon-Lektüre fordert, stellte die Prüfung eine machbare Hürde dar und Jonas bewältigte den vorgelegten griechischen Text aus dem platonischen Dialog Ion erfolgreich.

Philine Feuerer, Charlotte Handlos, Paula Peters, Leonhard Reitberger, Maxim Sinzger und Korbinian Stadler mussten sich gemäß den Bestimmungen im neuen G9 keiner gesonderten Prüfung unterziehen. Sie erhalten das Graecum nach vier Jahren Pflichtunterricht, nachdem sie sich im Unterricht der 11. Jahrgangsstufe mit Texten aus Herodots Historien, Homers Odyssee und Texten zur attischen Demokratie (z.B. von Aristoteles, Aristophanes und Plutarch) auseinandergesetzt haben und dabei ihre sprachlichen und interpretatorischen Kompetenzen unter Beweis gestellt haben.

Über diesen beachtlichen Erfolg freuen sich Griechischlehrer Dr. Paul Schrott und Schulleiter Dr. Konrad Wieland, der den Schülerinnen und Schülern das Zertifikat überreichte.

Dr. Paul Schrott