Ein Jahreskonzert in besonderer Atmosphäre

Eine etwas ungewöhnliche Erfahrung machte das Publikum am Mittwochabend, den 18. März, in der Kirche St. Peter: Weil der Rathaussaal aufgrund der anstehenden Bürgermeister-Stichwahl belegt war, musste nun das ehrwürdige Kirchenschiff mit seiner warmen Lichtstimmung und einnehmenden Akustik den perfekten Rahmen für das diesjährige Jahreskonzert des Musikalischen Vereins am Gymnasium Leopoldinum bieten.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Schulleiter Dr. Konrad Wieland entfalteten die Schülerinnen und Schüler ein zweieinhalbstündiges Programm, das einen weiten Bogen von klassischen Epochen bis hin zu modernen Klängen spannte. Schon der A-cappella-Auftakt des Leo-Chores unter der Leitung von Michael Tausch unterstrich bei Thomas Tallis’ „If ye love me“ mit hoher stimmlicher Präzision und bemerkenswert sauberer Intonation den Anspruch des Abends.

Es folgten beeindruckende orchestrale Kontraste: Während das große Orchester, sicher dirigiert von Daniel Obtmeier, mit geschickt arrangierten Werken wie einem „Concerto grosso“ von Georg Friedrich Händel oder Beethovens „Egmont-Ouvertüre“ überzeugte, glänzte das Kammerorchester unter der Leitung von Klaus Albrecht durch dynamische Raffinessen bei Saint-Saëns’ „Danse bacchanale“ oder der „Berceuse“ von Kjell Marcussen.

Einen besonderen Glanzpunkt setzten die Solisten Nora Schlingmann und Severin Tausch, erstere mit Fauré („Sicilienne“ für Cello und Klavier) und letzterer mit Bach (Arr. der berühmten „Air“ in D-Dur für Viola). Beide Darbietungen vereinten technische Versiertheit mit tiefer Emotionalität.

Nach der Pause bewies der Leo-Chor erneut stil- und intonationssicheres Können beim Umsetzen attraktiver Arrangements der bekannten Pop-Klassiker „Sound of Silence“, „Dancing Queen“ und „And so it goes“. Die Leo-Big Band mit ihrer exzellenten Vokal-Solistin Isabelle Kaminski (bei „Orange Coloured Sky“) sorgten unter der Leitung von Michael Beck mit drei energiegeladenen Jazz-Arrangements für einen stimmungsvoll-lockeren Abschluss des Konzertes.

Neben den klangvollen Darbietungen standen auch Ehrungen für herausragende musikalische Leistungen aus dem Abiturjahrgang auf dem Programm: Der Reinhard-Raffalt-Preis 2026 ging an Nora Schlingmann und Severin Tausch, Clemens Kieninger erhielt den Big-Band-Preis und Christian Bloch wurde mit dem Preis des Musikalischen Vereins ausgezeichnet.

Den emotionalen Schlusspunkt setzte der Kanon „Da pacem Domine“ des frühbarocken Meisters Melchior Franck. Als Publikum und Mitwirkende kurz angeleitet von Michael Tausch in das Lied einstimmten, füllte sich der Raum mit einem zauberhaften, alle verbindenden Klang – ein kraftvolles Plädoyer für den Frieden, das den Abend bewegend und nachhaltig abrundete.

Das Jahreskonzert des Musikalischen Vereins am Gymnasium Leopoldinum geriet so im Kirchenrund von St. Peter zu weit mehr als nur zu einer normalen musikalische Darbietung; es war ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie sehr Musik Gemeinschaft positiv erfahrbar machen und den besonderen, seit Generationen gepflegten Geist dieses Gymnasiums zum Ausdruck bringen kann.

Weitere Eindrücke des beeindruckenden Konzertabends: