
In diesem Schuljahr hat sich die AG Erinnerungskultur intensiv mit dem Schicksal der Passauerin Adelgunde Dölzer beschäftigt. Aufgrund psychischer Probleme wurde sie zunächst ins Passauer Klinikum eingeliefert, danach in verschiedene Heil- und Pflegeanstalten verlegt, wo ihr eine Schizophrenie attestiert wurde. Schließlich wurde Fr. Dölzer im Zuge der nationalsozialistischen Aktion T4 im Schloss Hartheim in Oberösterreich ermordet. Im Februar wurde zu ihrem Gedenken ein Stolperstein in der Lederergasse verlegt.
Am Dienstag war die AG Erinnerungskultur der Lern- und Gedenkstätte Schloss Hartheim in Oberösterreich, um diese letzte Station im Leben von Fr. Dölzer zu besuchen. Wir wurden von Fr. Meyer vom Stadtjugendring begleitet. Im Schloss Hartheim haben wir zunächst unseren Guide Markus Burgstaller kennengelernt, der uns im Festsaal des Schlosses die wichtigsten Fakten über Schloss Hartheim als Tötungsanstalt in der NS-Zeit vermittelte. Dabei verdeutlichte er anschaulich, dass die Nationalsozialisten den Wert der Menschen nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung bemaßen und Menschen mit Beeinträchtigungen daher als Belastung für die Gesellschaft betrachteten.


Anschließend führte Hr. Burgstaller uns durch das Schloss. Dabei besichtigten wir den Ankunftsraum, die Gaskammern, den Leichenraum und das Krematorium. Unser Guide gestaltete diese Führung interessant, interaktiv und informativ und ging sehr einfühlsam mit dem Thema um. Er achtete darauf, die belastenden Inhalte behutsam zu vermitteln und nahm während der gesamten Führung Rücksicht auf uns.
Da in Schloss Hartheim vor allem Menschen mit Beeinträchtigung ermordet wurden, gibt es dort heute ein Café, das von Menschen mit Beeinträchtigung betrieben wird, was sehr schön war. Bevor wir wieder nach Passau zurück gefahren sind, haben wir dort noch was getrunken und Pause gemacht.
Insgesamt war dies ein sehr interessanter und zugleich auch bewegender Ausflug.


