„Icebreaker“: Depression im Jugendalter auf der Bühne

Am 25. September wurde es am „Leo“ auf besondere Weise ernst: Bei der Theaterpremiere von „Icebreaker“ setzten sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Depression im Jugendalter auseinander. Die Schirmherrschaft übernahmen die Bayerische Kultusministerin Anna Stolz und die Bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Initiiert wurde das Projekt von der AOK Bayern.

Das Publikum, alle Schülerinnen und Schüler aus der Mittelstufe, war dabei mehr als nur Zuschauer: Für 60 Minuten wurde es zum „Facharztkollektiv“. Gemeinsam galt es zu überlegen: Welche Figuren auf der Bühne leiden möglicherweise an einer ernsthaften Depression – und wer ist vielleicht einfach „schlecht drauf“? Lässt sich dieser Unterschied anhand einer Checkliste überhaupt erkennen?

In nur dreieinhalb Tagen erarbeitete Regisseur Jean-François Drozak von „Kunstdünger“ aus Nürnberg das Stück mit acht Achtklässlerinnen und Achtklässlern sowie einem Schüler der elften Jahrgangsstufe. Während der Aufführung wurde das Publikum immer wieder eingeladen, Stellung zu beziehen und sich mit dem Geschehen auseinanderzusetzen. So konnten im Laufe der Theaterwoche alle Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe erreicht werden.

„Icebreaker“ macht deutlich, dass sich psychische Erkrankungen oft schleichend entwickeln und zunächst unbemerkt bleiben. Das Stück hilft dabei, mögliche Anzeichen einer Depression wahrzunehmen und anzusprechen. Besonders wichtig ist seine Botschaft: Depression ist eine Krankheit, die behandelt werden kann. Durch das theaterpädagogische Erleben eröffnete sich außerdem ein neuer Zugang zu den Herausforderungen, die eine Erkrankung für Betroffene und ihre Familien mit sich bringt – insbesondere auch für Geschwisterkinder.

Die Aufführung bewegte viele Schülerinnen und Schüler: durch das wichtige Thema ebenso wie durch die eindrucksvolle Darbietung. Am Ende blieb eine Botschaft, die alle mitnehmen konnten: „Du bist nicht allein!“