„Maria Stuart“ im Residenztheater – Theaterfahrt der Q13 nach München

Vor dem Endspurt, der intensiven Abiturvorbereitung, durften wir, die Q13, mit einem schönen kulturellen Programmpunkt in die Osterferien starten. Am Freitag nach der Schule ging es um halb vier los nach München. Sechzehn Schülerinnen und Schüler – die Q12 erkundete gerade auf Studienfahrt Süditalien und konnte leider nicht teilnehmen – wurden von vielen Theaterfans begleitet: Frau Bumes, Frau Schmid, Frau Otto, Frau Steflbauer, Herr Scheday und Herr Wieland. Busfahrer Max setzte wirklich alles daran, dass wir es rechtzeitig schafften, und fuhr uns dafür souverän rückwärts aus einem langen Stau heraus. Nach einer kurzen Dönerpause ging es ins Residenztheater zu „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller.

Uns beeindruckte einerseits, wie wenig die Schauspieler von dem uns aus dem Deutschunterricht bekannten Originaltext abwichen, andererseits dennoch eine moderne Fassung des Stücks auf die Bühne brachten. Als Besonderheit dieser Inszenierung entscheidet das Publikum zu Beginn der Aufführung, welche der beiden Schauspielerinnen Pia Händler und Lisa Stiegler welche Hauptrolle übernehmen soll: Königin Elisabeth oder Maria Stuart?

Das bedeutet, dass die Darstellerinnen beide Rollen beherrschen müssen! Ihre bewundernswerte Gedächtnisleistung und ihr schauspielerisches Talent begeisterten ohne Ausnahme jeden. Maria und Elisabeths ähnliche Kostüme und der gleiche Haarschnitt führten jedoch bei manchen Szenen zu einiger – wohl beabsichtigter – Verwirrung. Denn in dieser Inszenierung wird betont, dass beide Königinnen von ihrem Wunsch nach Macht gleichermaßen besessen sind. Sind Frauen überhaupt fähig, zu regieren? Diese Frage stellt Schiller in seinem Drama. Allerdings kommen auch die machtversessenen Männer bei Schiller nicht gut weg, den sie denken, mit Ausnahme von Talbot, nur an ihren eigenen Vorteil und nicht an das Wohl des Volkes. Die Verwirrung ging weiter, als die erste Hälfte vor der Pause nach dem Attentat auf Elisabeth mit dem Ausruf „Die Königin ist tot!“ endete und manche von uns dachten, Maria Stuart sei nun gestorben und das Stück schon vorbei. Das war aber noch nicht der Fall!

Der religiöse Teil, die Abendmahlszene, in der die katholische Maria Stuart sich zur edlen Seele wandelt, war gestrichen, aber Graf Leicester, Elisabeths Günstling, der gleichzeitig gerne König an Marias Seite geworden wäre, musste noch Marias Hinrichtung miterleben.

Bereichert von der wirklich spannenden Aufführung in der Inszenierung von Nora Schlocker und Alexander Eisenach redeten wir im Bus noch eine Weile über die großartige Leistung der Hauptdarstellerinnen und des Schauspielensembles, die prachtvollen Kostüme und Perücken, die fast leere Bühne und umso wirkungsvollere Lichtregie, bis es langsam immer leiser wurde, bis uns Busfahrer Max zu später Stunde sicher wieder in Passau ablieferte.

Damit ging der letzte Schulausflug unseres Lebens zu Ende. Es war ein sehr schöner Abend, für den wir uns sehr herzlich bei Frau Schmid für die Organisation und natürlich bei ihren zahlreichen Begleitern bedanken.

Wir hoffen für die nächsten Jahrgänge, dass sich diese freiwillige Theaterfahrt wiederholt und können der nächsten Q13 nur empfehlen, mitzufahren!

Katharina Kelbel (Q13)